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Somatische Bildung

 

Die Feldenkrais Methode gehört für mich in den Bereich Somatischer Bildung. Das Wort „somatisch“ wird inzwischen oft als etwas rein Körperliches verstanden. Damit verkürzt sich die ursprüngliche Wortbedeutung. Verschüttet wird die Jahrhunderte alte Weisheit einer Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Befunde heutiger natur- und geisteswissenschaftlicher Forschung entdecken und bestätigen diese Einheit aufs Neue. Es lohnt sich deshalb, das Wort SOMA in seiner ursprünglichen Bedeutung wieder zu verwenden.

 

„Jede unserer Erkenntnisse beginnt  bei den Sinnen“

                                                                    Leonardo da Vinci, Codex Trivulzianus 20V

 

Bei der > Somatischen Bildung handelt es sich um persönliche und berufliche Entwicklungsprozesse, in denen berücksichtigt wird, dass jede Erfahrung und Erkenntnis mit den Sinnen beginnt: Denn ohne einen Körper/Leib ist Empfinden, Fühlen, Denken und Handeln nicht möglich. Erfahrungen und Erkenntnisse sind also immer auch verkörpert („embodied“).

 

Bei kleinen Kindern können wir beobachten, wie sich ihr Begreifen-Wollen verkörpert in ihrem wachsenden Verständnis der Welt: wie das Wechselspiel sich gestaltet von Sinneswahrnehmung, Bewegung, Erkunden, Staunen, Begreifen, Verstehen, nach Worten suchen. Die Freude, ein Wort für das Erlebte gefunden zu haben, vertieft die Erfahrung beim nächsten Mal. Ein jeder Schritt dient als Basis für den nächsten, für vielerlei Suche nach Unterschieden, aus denen sich Zusammenhänge, und Ordnungen finden lassen.

 

Somatische Bildung beschreibt das Ineinandergreifen von praktischer Erfahrung und deren Reflektion einschließlich der Verwendung von Sprache und Schrift. Bei Somatischen Bildungsprozessen wird dieses unablässige Wechselspiel von verkörperter Erfahrung und deren Reflektion zum Gestaltungsprinzip. Gelebte Praxis und theoretische Überlegungen sind hier keine Gegensätze. Sie werden methodisch genutzt als unterschiedliche Zugänge eines Entwicklungs-Prozesses, der beides in wechselseitigem Bezug zueinander braucht.

 

Die Webseite zur Somatischen Bildung finden Sie in Zukunft unter > www.somatische-bildung.de darin u.a. Literatur und Hintergründe zur Feldenkrais Methode, Fort-und Weiterbildungsangebote im Bereich somatischer Bildung für WissenschaftlerInnen und Angehörige anderer professioneller Felder, Hinweise zu Forschungsprojekten, Materialien zu Professionalisierungs- und Qualitätsentwicklung,

Veröffentlichungen von Barbara Pieper

Veröffentlichungen

 

 

  Pieper, Barbara (2003):

Zur Erweiterung von Handlungsspielräumen

durch somatisches Lernen – Pädagogische

Übergänge in der Feldenkrais Arbeit,

in: Girmes, Renate & Korte, Petra (Hrsg.):

Bildung und Bedingtheit oder: Ein erhöhter

Verständigungsbedarf über nicht

Selbstverständliches. Pädagogische

Kommunikation im Kontext institutioneller und

gesellschaftlicher Muster,

Opladen: Leske + Budrich, S. 97 - 111

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  Clénin, Daniel & Pieper, Barbara (2009):

Aufschreiben, was sowieso schon da ist.

Von der Sprachlosigkeit zum

Sprachvermögen.

feldenkrais zeit, Journal für somatisches

Lernen, Nr. 10, S. 15−19

 

  Pieper Barbara & Klein Hermann (2015):

„Nicht jeder für sich allein!“

Feldenkrais und Wissenschaft.
Barbara Pieper im Gespräch mit Hermann Klein,
feldenkrais zeit, Journal für somatisches Lernen,
Nr. 15, 2015, S. 64–68

  Daniel Clénin, Barbara Pieper und

Werner Schacker (2009):

Wissenschaftliche Konzepte am

eigenen Leib erkunden

IFF Akademie, PRISMA Projekte

München/Bern, Projekt PRISMA gelb,

Projektbericht

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  Pieper, Barbara & Clénin, Daniel (2010):

„Verkörperte Selbst- und Fremdwahrnehmung

sozialen Handelns. Eine praktisch-theoretische

Forschungsperspektive“.

In: Böhle, Fritz & Weihrich, Margit (Hg.):

Die Körperlichkeit sozialen Handelns.

Soziale Ordnung jenseits von

Normen und Institutionen,

Bielefeld: transcript-Verlag, S. 261−296

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  De Jaegher, H., Pieper, B., Clénin, D., & Fuchs, T. (2016).

Grasping intersubjectivity: an invitation to embody

social interaction research. Phenomenology and the

Cognitive Sciences

> 1-33. doi: 10.1007/s11097-016-9469-8

 

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